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12.03..2009

KOHLEKRAFTWERK IN BERLIN VERHINDERT: BUNDESWEITE SIGNALWIRKUNG

Die Klima-Allianz feiert den Rückzug von Vattenfall / Gas ist Alternative zu Kohle / Vattenfall kann Druck der Proteste nicht standhalten

Die Klima-Allianz begrüßt die nach massiven Protesten in Berlin erfolgte Abkehr Vattenfalls vom Neubau eines Kohlekraftwerks in Berlin-Lichtenberg. Damit bleibt Berlin ein großes CO2-Monster erspart. Gleichzeitig zeigt sich einmal mehr, dass der Protest Wirkung hat, dass Politik und Wirtschaft nicht gegen den Willen der Bevölkerung ein Kohlekraftwerk bauen können und sich stattdessen mit anderen Energiequellen auseinandersetzen müssen.

Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH): "Die Entscheidung von Vattenfall ist ein erfreulicher Beweis dafür, dass Stromkunden heute erfolgreich Einfluss nehmen können auf die Geschäftspolitik ihrer Stromversorger. Vattenfall reagiert auf den steten Verlust von Kunden an Ökostromversorger. Für Berlin ist die Entscheidung ein großer Schritt in Richtung Klimaschutz, der gleichzeitig beweist, dass sich neue hocheffiziente Gaskraftwerke in Deutschland ebenso wirtschaftlich betreiben lassen wie moderne Biomassekraftwerke."

Auch Andreas Jarfe, Geschäftsführer des BUND Berlin, ist mit der Vattenfall-Entscheidung zufrieden.
„Das ist ein großer Erfolg für uns. In Berlin kein neues Kohlekraftwerk zu bauen, ist klima- und wirtschaftspolitisch die einzig logische Konsequenz. Die Klima- und Wirtschaftskrise eröffnet uns Chancen, die nur durch einen konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien als Arbeitsplatzmotor zu erreichen sind.“

Jürgen Maier, Mitglied des SprecherInnenrats der Klima-Allianz und Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung, sieht in der Berliner Entscheidung „eine Ermutigung für alle anderen Bürgerinitiativen an den weiteren Kohlekraftwerksstandorten in Deutschland, in ihrem Protest nicht nachzugeben. Berlin beweist, dass ein entschlossenes Engagement von Bürgern Erfolg hat. Hätten sich die Bürger nicht hartnäckig gewehrt, würde Vattenfall weiterhin auf Kohle setzen. Auch woanders in der Republik wächst der Widerstand und wackeln in Folge dessen immer mehr Kohlekraftwerke. Wir sind zuversichtlich, dass Berlin nicht das letzte verhinderte Kohlekraftwerk war.“

Mike Kess, Sprecher der Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“ in Berlin-Lichtenberg sieht das genauso, er hat den Protest vor Ort begleitet. „Wir waren uns von Anfang an im Klaren darüber, dass der Protest gegen Vattenfall ein David gegen Goliath-Kampf wird. Aber wir haben bewiesen, dass mit Engagement und Hartnäckigkeit auch ein großer Gegner in die Knie gezwungen werden kann.“

9. März 2009

 

Fototermin vor dem Roten Rathaus

 

Die Berliner Initiativen und Organisationen der Kampagne „Berlin-sagt-nein“ veranstalten einen Fototermin anlässlich der Vorstellung des Energiekonzeptes für Berlin durch den schwedischen Energiekonzern Vattenfall.

 

Datum: 11. März 2009
Ort: Vor dem Roten Rathaus in Berlin
Zeit: 12.00 Uhr

 

Seit Mitte Januar 2009 rufen die Initiatoren alle Berlinerinnen und Berliner auf, sich aktiv gegen die Pläne Vattenfalls zu wenden, in Berlin-Lichtenberg ein riesiges Steinkohlekraftwerk zu errichten. Medienberichten zufolge nimmt der Energiekonzern aufgrund des öffentlichen Druckes vom dem Vorhaben Abstand, will aber erst in dieser Woche dazu offiziell Stellung nehmen. Daher veranstalten die Initiatoren eine Fototermin vor dem Roten Rathaus.

 

 

 

15. Januar 2009

 

BERLIN SAGT NEIN!
Klare Absage für Kohlekraftwerkspläne von Vattenfall
Berliner Initiativen und Organisationen starten gemeinsame Protestaktion

 

Zahlreiche Berliner Initiativen und Organisationen haben sich gegen den Bau eines neuen Kohlekraftwerks in Berlin ausgesprochen. Darunter die Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“ in Lichtenberg, die Deutsche Umwelthilfe, das bundesweite Bündnis der Klima-Allianz, die Entwicklungsorganisation WEED sowie der BUND Berlin. Aufgrund des fehlenden gesellschaftlichen und politischen Rückhalts überdenkt der schwedische Energiekonzern Vattenfall hinter verschlossenen Türen derzeit seine ursprünglichen Pläne für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks. Die Verbände fordern eine breite öffentliche Diskussion und stellten eine neue Online-Unterschriftenaktion vor, die Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu einer klaren Absage an entsprechende Pläne des Energiekonzerns Vattenfall auffordert.


Für Februar hat der Energiekonzern Vattenfall die Vorstellung eines überarbeiteten Energiekonzepts für Berlin angekündigt. Andreas Jarfe, Landesgeschäftsführer des BUND, sagte: „Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Vattenfall am Neubau eines Kohlekraftwerks in Berlin-Lichtenberg festhalten wird. Vattenfalls Taktik wird es sein, eine stinkende Zigarre namens Kohlekraftwerk in einem Blumenstrauß klimafreundlicher Maßnahmen zu verpacken. Dies lehnen wir ab, denn ein Kohlekraftwerk egal welcher Größenordnung passt nicht in eine klima- und zukunftsorientierte Energiestrategie Berlins.“
„Die Zeit sollte auch für Vattenfall reif sein, das Stein(-kohle) zeitalter zu verlassen“, ergänzte Mike Kess, Sprecher der Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“. Zum einen könne der Wärmebedarf von Lichtenberg laut eigener Aussage von Vattenfall bis mindestens 2020 über das bestehende Heizkraftwerk gedeckt werden.

 

Zum anderen bliebe so genügend Zeit, alternative Kapazitäten bereitzustellen. „Vattenfall soll die Diskussion um die Energieversorgung mit den Berlinerinnen und Berlinern führen, und nicht hinter verschlossenen Türen“.
Peter Fuchs von der Entwicklungsorganisation WEED (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung) betonte: „Der Klimawandel ist schon heute brutale Realität. Mehr Kohlestrom in Berlin trägt bei zu mehr Wetterextremen, Wassermangel und Hungerkrisen in Entwicklungsländern. Ein weiteres Kohlekraftwerk wäre daher global unverantwortlich und widerspräche internationaler Klimagerechtigkeit.“


Jürgen Quentin, Projektmanager der Deutschen Umwelthilfe ergänzte, die Berliner Politik, müsse die vorhandenen politischen Spielräume nutzen und „die Weichen für eine klimafreundliche und nachhaltige Wärme- und Energieversorgung der Zukunft jetzt richtig stellen.“


Alle Berlinerinnen und Berliner können ab sofort auf www.berlin-sagt-nein.de den Regierenden Bürgermeister Wowereit auffordern, den Plänen von Vattenfall einen Riegel vorzuschieben und ein neues Kohlekraftwerk zu verhindern. „Wir können gemeinsam ein wichtiges Zeichen für eine andere Energiepolitik in der Hauptstadt setzen." unterstrich Daniela Setton von der Anti-Kohle-Kampagne der Klima-Allianz